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Steinbrück beim Sparkurs
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela
Merkel (CDU) hat sich klar hinter den Sparkurs von Finanzminister Peer
Steinbrück (SPD) gestellt. Die Kanzlerin unterstütze «nachdrücklich»
alle Bestrebungen, bis 2011 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt ohne neue
Schulden vorzulegen.
Das sagte Vize-Regierungssprecher Thomas
Steg am Freitag in Berlin. Dies sei gemeinsames Ziel der Bundesregierung
und kein «Prinzip Hoffnung, sondern erklärte politische Absicht». Die
Kanzlerin gehe davon aus, dass «mit Ruhe und Bedacht» nach intensiven
Gesprächen eine «einvernehmliche Lösung» gelinge.
Steinbrück verteidigte seine Drohung an
die Ressorts Wirtschaft, Forschung, Verkehr und Entwicklung, notfalls im
Alleingang ihre Budgets festzulegen. Nicht er sei die Ursache für den
Streit, sondern die vier Ministerien, die mit zusätzlichen Ausgabenwünschen
weit von der Finanzplanung abgerückt seien, sagte er in Washington. Sie hätten
den «Bogen überspannt», er rechne mit «sehr harten Verhandlungen».
Zentrales Koalitionsziel sei es, die Etatsanierung voranzutreiben. «Da
gibt es absolute Übereinstimmung zwischen der Bundeskanzlerin und mir»,
sagte Steinbrück vor der IWF-Frühjahrstagung.
Das Finanzministerium lehnt es strikt ab,
über die unverändert hohen Mehrforderungen der vier Ressorts auch nur zu
reden. Auf diese entfällt etwa die Hälfte der angemeldeten Sonderwünsche
aller Ministerien gegenüber der Finanzplanung, die für das nächste Jahr
etwa 7,5 Milliarden Euro betragen und sich bis 2012 auf rund 40 Milliarden
Euro summieren. Sie gehen zwar teils auf Ziele der Koalition zurück. Das
Finanzministerium kritisiert aber, dass keinerlei Vorschläge zur
Gegenfinanzierung und zu Einsparungen kämen.
«Es ist schwer vorstellbar, dass bei
einem Gesamtvolumen von zehn Milliarden nicht ein einziger Euro
Gegenfinanzierung gefunden wird, um neue Mehrforderungen zu belegen»,
sagte Steinbrücks Sprecher Torsten Albig etwa zum Forschungsressort. Auch
die anderen drei Ministerien hätten keine verhandlungsfähigen Etats
angemeldet.
Steg sagte, neben einem ausgeglichenen
Haushalt müssten Wachstum und Beschäftigung gesichert. «Es wird kein
Ziel aufgegeben.» Steg und Albig sagten aber, dass das ein oder andere
Vorhaben möglicherweise mehr Zeit benötige. Die kritisierten Ressorts
beharren auf ihren Forderungen. Sie beriefen sich erneut auf
Koalitionsbeschlüsse und internationale Verpflichtungen. «Aus unserer
Sicht ist das, was wir angemeldet haben, verhandlungsfähig», sagte der
Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Steffen Moritz. Ähnlich äußerte
sich das Entwicklungsministerium. Der Anteil der Entwicklungshilfe an der
Wirtschaftsleistung solle bis 2010 auf rund 0,5 Prozent stiegen und bis
2015 auf 0,7 Prozent. Das Forschungsressort beruft sich auf die Vorgabe,
2010 für Forschung und Entwicklung drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts
auszugeben. Hinzu komme die Bafög-Erhöhung.
Mit den übrigen zwölf Ressorts will das
Finanzministerium Verhandlungen beginnen. Es gebe aber keine
Verteilungsspielräume mehr, sagte Albig. Der Etatentwurf soll Ende Juni
im Kabinett, der endgültige Haushalt im November vom Bundestag gebilligt
werden.
Der befürchtete Einbruch bei den
Steuereinnahmen in Folge der Bankenkrise blieb bisher aus. Laut
Finanzministerium stiegen sie im März gegenüber dem Vorjahr um 8,6
Prozent und in den ersten drei Monaten um 7,5 Prozent. Das liegt deutlich
über dem Plus von 3,8 Prozent, das in der Steuerschätzung für das
Gesamtjahr erwartet worden war. Die weitere Entwicklung bleibe abzuwarten.
Massive Einbrüche bei den Steuereinnahmen seien nach jetzigem Stand aber
nicht zu erwarten. Das Finanzministerium geht davon aus, dass die deutsche
Wirtschaft im ersten Quartal stärker als erwartet wuchs. |
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| Besucherrekord bei
weltgrößter Lichtmesse
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit dem Rekord
von 165 000 Fachbesuchern ist am Freitag die weltgrößte Lichtmesse
Light+Building in Frankfurt zu Ende gegangen. Im Vergleich zur letzten
Veranstaltung vor zwei Jahren bedeutete das nach Angaben der Frankfurter
Messe ein Plus von gut einem Fünftel (22 Prozent). Allerdings war die
diesjährige Light+Building um einen Tag auf sechs Tage verlängert
worden. Seit dem vergangenen Sonntag (6.4.) hatten 2173 Aussteller
Neuigkeiten zum Thema Beleuchtung, Elektrotechnik sowie Haus- und Gebäudeautomation
gezeigt. Schwerpunkt war das Energiesparen. 40 Prozent der Besucher kamen
aus dem Ausland. |
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| Landtagsfraktion der
Linken will öffentlich tagen
Wiesbaden (dpa/lhe) - Die neue
Landtagsfraktion der Linken will wie im Wahlkampf versprochen ein
Mal pro Monat öffentlich an verschiedenen Orten tagen. Dazu
sollten auch außerparlamentarische Gruppen eingeladen werden, kündigte
Fraktionschef Willi van Ooyen am Freitag in Wiesbaden an. Die
erste Sitzung ist für den 17. April abends in Kelsterbach
geplant. Dazu sind nach Darstellung der Fraktion Bürgerinitiativen
gegen die Erweiterung des Frankfurter Flughafens eingeladen
worden. Die Gemeinde liegt am Rande des Flughafens. Zuvor soll es
einen Informationsspaziergang durch den Kelsterbacher Wald geben.
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Umstrittenes Stammzellengesetz wird
gelockert
Berlin (dpa) - Mehr Spielraum für die
Forschung mit Stammzellen: Der Bundestag hat mit klarer Mehrheit eine
Lockerung des strengen deutschen Gesetzes beschlossen. Wissenschaftler dürfen
künftig mit jüngeren embryonalen Stammzellen aus dem Ausland nach
Heilungschancen für schwere Krankheiten suchen.
Von 580 anwesenden Abgeordneten stimmten
346 für die Verschiebung des Stichtags auf den 1. Mai 2007. Bislang war
Forschung nur an Stammzellen erlaubt, die vor dem 1. Januar 2002 im
Ausland gewonnen wurden. «Das ist ein guter Tag sowohl für den
Lebensschutz als auch für die Forschung in Deutschland», sagte
Forschungsministerin Annette Schavan (CDU). Die katholische Kirche
reagierte enttäuscht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) begrüßte
die Entscheidung.
Keine Mehrheit fanden Anträge für die völlige
Streichung des Stichtags oder ein komplettes Verbot der Forschung mit
menschlichen embryonalen Stammzellen. Wissenschaftlern droht in Zukunft
aber nicht mehr das Gefängnis, wenn sie sich an internationalen
Forschungsprojekten beteiligen. Der Bonner Stammzellforscher Oliver Brüstle
freute sich: «Wir sind erleichtert, dass es zu diesem Kompromiss gekommen
ist.» Mit den bisher verfügbaren älteren embryonalen Stammzellen sei
keine Spitzenforschung mehr möglich gewesen. «Wir sind über die
Bundestagsentscheidung froh und dankbar», sagte DFG-Präsident Matthias
Kleiner.
Die katholische Kirche bedauerte das
Ergebnis. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert
Zollitsch, hatte ein völliges Verbot der embryonalen Stammzellenforschung
verlangt. «Ich kann nicht Menschen töten, um anderen Menschen zu helfen»,
sagte er im Deutschlandfunk. Der katholische Münchner Erzbischof Reinhard
Marx sagte: «Das ist kein guter Tag für den Lebensschutz in Deutschland.»
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner
sagte dem domradio: «Es geht nicht um eine Spezialistenfrage, sondern es
geht um die Grundlage des christlichen Menschenbildes und um die Werte
unserer freiheitlich- demokratischen Verfassung.» Der Vorsitzende des
Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang
Huber, äußerte Respekt. «Für die Glaubwürdigkeit der getroffenen
Entscheidung ist es nun entscheidend, dass sich Wissenschaft und Politik
klar für die Einmaligkeit der Stichtagsverschiebung einsetzen», sagte
Huber.
In der weitgehend sachlichen zweistündigen
Bundestagsdebatte argumentierten die Gegner der Stammzellenforschung, die
von den Wissenschaftlern geweckten Heilserwartungen bei Parkinson,
Diabetes und Alzheimer hätten sich nicht erfüllt. «Kein Mensch ist mit
embryonalen Stammzellen geheilt worden», sagte der CDU-Abgeordnete Hubert
Hüppe. Volker Beck (Grüne) erklärte, mit der Verschmelzung von Ei- und
Samenzelle entstehe durch die Menschenwürde geschütztes neues Leben.
Justizministerin Brigitte Zypries (SPD)
hielt dagegen, dass der Staat zwar menschliches Leben schützen müsse.
Gleichzeitig dürfe aber die Forschungsfreiheit nicht eingeschränkt
werden. Im Ausland werden die Stammzellen vor allem nach künstlichen
Befruchtungen aus überzähligen Embryos gewonnen. Die FDP-Expertin Ulrike
Flach sagte, aus diesen Zellen würde sowieso nie ein Mensch entstehen: «Die
Eltern haben die embryonalen Zellen für die Forschung gespendet, um
kranke Menschen zu heilen.»
Mit dem neuen Stichtag stehen den
Forschern nun statt rund 20 bis zu 500 ausländische Zelllinien zur Verfügung.
«Wunderschön wäre natürlich eine Abschaffung des Stichtags gewesen,
aber ganz pragmatisch gesagt: Jetzt können wir weiterarbeiten», sagte
der Münsteraner Experte Hans Schöler. Auch der Münchner
Stammzellforscher Wolfgang-Michael Franz war zufrieden: «Ich bin froh,
dass sich die Sachargumente letztlich durchgesetzt haben.»
Für den neuen Stichtag, der auf eine
Initiative der Abgeordneten René Röspel (SPD) und Ilse Aigner (CSU) zurückgeht,
stimmten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die meisten
Unions-Minister. Die Kanzlerin entschied sich aber anders als die Mehrheit
ihrer Fraktion. Zu den prominenten Nein-Sagern zählten CDU/CSU-
Fraktionschef Volker Kauder, der für ein völliges Verbot stimmte. Bei
der SPD gab es 169 Ja- und 37 Nein-Stimmen. Die Abgeordneten konnten frei
nach ihrem Gewissen entscheiden. Der übliche Fraktionszwang, der sie
sonst an ihre Partei bindet, war aufgehoben.
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| Bundestag stärkt
Urheberrechte und deckelt horrende Abmahngebühren
Berlin (dpa) - Der Bundestag hat die
Gesetze gegen Produktpiraterie verschärft und den Schutz des geistigen
Eigentums gestärkt. Zugleich schob das Parlament horrenden Abmahngebühren
bei Bagatelldelikten einen Riegel vor. Künftig können beispielsweise
Jugendliche, die auf ihrer privaten Homepage ohne Genehmigung der
Rechteinhaber das Foto ihres Lieblingstars oder einen Stadtplan mit ihrer
Adresse einstellen, nicht mehr mit einer Anwaltsrechnung von 1000 Euro
oder mehr überzogen werden. |
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| Zapatero als Ministerpräsident
wiedergewählt
Madrid (dpa) - Erst im zweiten
Wahlgang ist José Luis RodrÃguez Zapatero am Freitag als
spanischer Ministerpräsident bestätigt worden. Gut einen Monat
nach seinem Sieg bei der Parlamentswahl erhielt der 47-jährige
Sozialist im Madrider Parlament 169 Stimmen, alle aus der eigenen
Fraktion.
Gegen ihn votierten 158
Abgeordnete der konservativen Volkspartei und kleinerer
Gruppierungen. 23 Parlamentarier enthielten sich der Stimme.
Zapatero hatte im ersten Wahlgang
am Mittwoch die erforderliche absolute Mehrheit verfehlt. In der
zweiten Runde war nur eine einfache Mehrheit notwendig. Der
Sozialist will ebenso wie vor vier Jahren eine
Minderheitsregierung bilden. Er will nun aber nicht mehr mit
festen Partnern, sondern mit wechselnden Mehrheiten regieren.
Dabei seien allerdings «stabilere Formen der Zusammenarbeit» mit
anderen Parteien nicht ausgeschlossen, sagte der Regierungschef.
Zapatero ist der erste Ministerpräsident
in der jüngeren spanischen Geschichte, der nach einer
erfolgreichen Wahl im Parlament zwei Anläufe zur Bestätigung benötigte.
Im Jahr 1981 hatte Leopoldo Calvo Sotelo sich ebenfalls einer
zweiten Abstimmung unterziehen müssen. Der Liberale hatte jedoch
zuvor keine Parlamentswahl gewonnen, sondern lediglich die
Nachfolge des zurückgetretenen Adolfo Suárez angetreten.
Zapatero schlug der konservativen
Opposition eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen den Terror, in
der Europa- und der Justizpolitik vor. Oppositionsführer Mariano
Rajoy nahm die Offerte positiv auf: «Wir sind zu solchen Pakten
nicht nur bereit, sondern wir fordern sie sogar.» Die Sozialisten
hatten bei der Parlamentswahl am 9. März 169 der insgesamt 350
Sitze gewonnen, 7 weniger als die absolute Mehrheit.
Der Regierungschef will am
Samstag die Zusammensetzung des neuen Kabinetts bekanntgeben. Nach
Presseberichten soll erstmals in der Geschichte Spaniens eine Frau
die Spitze des Verteidigungsressorts übernehmen. In den anderen
wichtigen Ressorts dürfte es wenig Änderungen geben. Zapatero kündigte
ein Sofortprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft und Maßnahmen
zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen an. «Die Regierung wird
solange nicht ruhen, bis keine Frau mehr unter Macho-Gewalt zu
leiden hat.» |
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